Duffy - Eine Gefahr für Kinder?
Celebrities, die mit freizügiger Plakatwerbung Verkehrsunfälle provozieren, kennen wir ja: Heidi Klum in hautengen Röhrenjeans, oben ohne mit Reitpeitsche über der Schulter, David Beckham im Designer-Slip übergroß an einer Hauswand - wer da zu lange hin stiert, setzt seinen Wagen auf die Stoßstange des Vordermanns. Nun soll auch Retro-Sternchen Duffy ein Verkehrsrisiko darstellen. In einem Werbespot für ein koffeinhaltiges Brausegetränk radelt sie in knappen Hotpants und aufreizendem Dekolleté durch die nächtlichen Straßen. 22 äußerst umsichtige Personen reichten bei der amerikanischen Advertising Standards Authority Beschwerde gegen die Reklame ein. Überraschenderweise nahmen die Kläger allerdings nicht am sexy Outfit der Walisierin Anstoß, sondern an der mangelnden Verkehrssicherheit.
Die Sängerin sei ohne Licht, Reflektoren und Helm unterwegs! Welch ein schlechtes Vorbild für die Kinder - so lautet der Vorwurf. Der Rat zur freiwilligen Selbstkontrolle von Werbetreibenden muss diese Umsicht für etwas übertrieben gehalten haben. Jedenfalls erlaubten sie die Ausstrahlung des Spots und so radelt die kleine Duffy nun singend durch die Nacht. Ohne Helm und Katzenaugen.
Wie sähe unsere Welt aus, wenn Werbung immer vorbildlich sein müsste? Boris Entrup müsste plötzlich runden Teenies ein Make-Up verpassen, auf dem Beck's Schiff dürfte niemand mehr den Mast hochklettern und Dieter Bohlen dürfte nicht mehr für die Bahn werben, solange er auf die Sonnenbank geht. Nicht auszudenken, wenn TV-Spots nur noch die Realität abbilden müssten!

