Jack Johnson "En Concert" CD Kritik und Prelistening
Jack Johnson gehört sicherlich zu den sympathischsten Erscheinungen in der Popmusik. Und in seinem Fall ist es tatsächlich angebracht, von einer Erscheinung zu reden. Denn der 34-jährige Ex-Profi-Surfer ist vor allem ein Typ: unprätentiös, dennoch cool. Selbstbewusst, trotz seiner riesigen Erfolge aber immer noch bodenständig wirkend. Und das Klischee vom gut aussehenden Sonnyboy und herzensguten Strahlemann trifft auf ihn eben voll und ganz zu. Trotzdem: Auch beim nun auf CD und DVD erscheinenden Live-Album "En Concert" wird man das Gefühl nicht los, das Johnsons Erfolg vor allem auf seinem Image basiert - und nicht ganz so sehr auf seiner Musik.
Klar: Seine Songs sind genauso angenehm unaufgeregt wie er selbst. Selbst die gerne im Zusammenhang mit Altherren-Muckerrock negativ verwendeten Adjektive "ehrlich" und "handgemacht" darf man bei Jack Johnson ohne jegliche Ironie verwenden. Aber gerade im Live-Kontext, obwohl der Hawaiianer hier Hits wie "If I Had Eyes", "Good People" und "Sitting, Waiting, Wishing" nahtlos aneinanderreiht, wirken seine meist akustischen, gut gelaunten Surf-Folksongs immer etwas arg gleichförmig.
Und daran ändert sich auch bei den hier mitgeschnittenen Auftritten vor großem Publikum bei seiner 2008er-Stadientournee, mit eingespielter Backing Band und Gaststars wie Pearl-Jam-Sänger Eddie Vedder (bei "Constellations"), wenig. Bestens hörbar wird die lässige Entschleunigung, mit der der Songwriter vorgeht, bei "The Horizon Has Been Defeated", das direkt in ein Cover von Paul Simons "Mother And Child Reunion" übergeht. Denn selbst diesem, im Original flockig-rhythmischen Song, zieht Johnson noch den letzten Zahn, den letzten Biss.
So erinnert sein Sound eben einmal mehr an ein intimes Lagerfeuer am Strand, an einen etwas ziellosen Jam unter Freunden, der sich - maximal - zur bierselig lustigen Party aufschwingt. Oder anders ausgedrückt: Jack Johnson wirkt stets unfassbar nett - seine Musik allerdings auch. Und so bleibt er weiterhin vor allem eines: ein guter Typ. Der, natürlich, die Einnahmen aus der CD/DVD, vorbildlich an zwei wohltätige Organisationen auf Hawaii spendet, die sich dort um den Erhalt der Umwelt kümmern.
