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Die MTV Europe Music Awards in Berlin: Viel Haut, viel Feuer und eine Gewinnerin

Geschrieben Fr, 6. Nov. 2009 10:49 von Hannah Meister in Rückkoppler

Während der alljährlichen Europe Music Awards gibt es bei MTV in zwei Stunden mehr Musik zu sehen als sonst in einer ganzen Woche. Das ist an sich erfreulich, wären da bloß nicht die Werbeunterbrechungen im 15 Minuten-Takt. Aber sei's drum: Die MTV EMAs waren und sind ein Garant für hochkarätige Künstler, denn wenn MTV ruft, gibt sich immer noch die Crème de la Crème des Showbusiness die Ehre. Diesjähriger Austragungsort und damit Celebrity-Hotspot ist - passend zum 20-jährigen Jubiläum des Mauerfalls - unsere wunderschöne Hauptstadt Berlin. Moderiert wird die Show - wie schon im letzten Jahr - von der „Mädchen küssenden" Pastorentochter Katy Perry, die bereits im Vorfeld sehr medienwirksam ankündigte (oder androhte - das kann man sehen, wie man will), dass sie in diesem Jahr „sehr wenig anhaben" wird. Doch bevor man sich davon überzeugen konnte, eröffnen erstmal die etwas in die Jahre gekommenen Green Day fulminant die Show.

Dann Auftritt Katy Perry: Sehr burlesk und lasziv gibt sie ein Medley der für den „Best Song" nominierten Hits zum Besten gab. Nach den üblichen pseudo-lustigen Gags, die sich pseudo-lustige Schreiber zu solchen Gelegenheiten immer ausdenken, wird auch schon der erste Award für den „Best Live Act" vergeben, der an keine Geringeren als U2 geht. Das ist auch nur fair, schließlich mussten die schon nachmittags arbeiten und vor dem Brandenburger Tor performen.

Rap-Großmeister Jay-Z räumt den Preis in der Kategorie „Best Urban Act" ab und performt auch später noch, lässt aber seiner Göttergattin Beyoncé erst mal ganz Gentlemen-like den Vortritt. Bei der kann man sich der Frage oftmals schwer erwehren, was sie eigentlich nicht kann. Sie singt live unglaublicherweise noch besser als auf CD, tanzt synchroner als all ihre Tänzer und schafft es, nicht mal in diesem roten Straps-Fummel, den sie wohl Kleidung nennen würde, billig auszusehen. Und das muss ihr erst mal jemand nachmachen. Allerdings endet ihr Auftritt so abrupt, dass selbst das MTV-Publikum mit einer bekanntermaßen eher kleinen Aufmerksamkeitsspanne erst mal realisieren muss, dass es jetzt wohl zu applaudieren hat. Aber egal, die Kamera ist schon wieder bei Katy Perry, die eine der Schlüsselfiguren des deutschen Mauerfalls ankündigt. Nein, nicht Michail Gorbatschow, sondern David Hasselhoff, dem man ja noch bis heute nachsagt, seine Hymne „Looking For Freedom" hätte die Berliner Mauer zum endgültigen Einsturz gebracht. Noch viel tragischer aber ist, dass man sich die ganze Zeit fragt, ob das, was der On-Off-Alkoholiker da so von sich gab, nun gelallt ist oder nicht. So ist das eben: Wer oben auf der Mauer steht, kann auch tief fallen. Ihren Award für „Best Rock Band" bekommen Green Day aber trotzdem noch von unserem mittlerweile in Rente gegangenen Lieblings-Bademeister.

Weiter ging's mit der Performance von Jay-Z, gefolgt von dem Award in der Kategorie „Best Song", den sein Frauchen Beyoncé für „Halo" abräumt, selbigen ganz artig ihren Fans widmet und sich mit dem obligatorischem „Gott segne euch" von der Bühne verabschiedet.

Nach so viel Political Correctness zieht endlich etwas Rock'n'Roll auf: Die angenehm durchgeknallte Juliette Lewis überreicht Placebo den Preis in der Kategorie „Best Alternative Band" und die Foo Fighters sehen bei ihrer Performance genauso schmuddelig aus wie immer - und rocken auch mindestens genauso dreckig. Im positiven Sinn, versteht sich.

Über die Trophäe für den besten Newcomer darf sich - oh Überraschung - Lady Gaga freuen, die aber nicht persönlich zugegen ist, sondern als Madonna-Look-a-like (mit Wasserwelle und Jean Paul Gaultier-Bustier) eine Videobotschaft schickt: Bei aller Freude, aber eine Aids-Benefiz-Veranstaltung in New York sei jetzt einfach wichtiger. Wir wollen an dieser Stelle aber trotzdem nicht verschweigen, dass es diverse Gerüchte gab, Miss Gaga hätte ihr Erscheinen bei den EMAs wegen Katy Perrys Moderation abgesagt. Aber das nur am Rande...Wie schon erwähnt, war U2 die Bühne in der Berliner O2-World einfach zu popelig und so haben sie ihren Auftritt kurzerhand vors Brandenburger Tor verlegt. Diesen Auftritt darf sich der geneigte Zuschauer - wenn auch leider nicht in Echtzeit - jetzt anschauen. U2 war für die Veranstaltung vor dem Brandenburger Tor - dem einstigen Niemandsland zwischen Ost-und Westberlin - im Übrigen die absolute Wunschband des Berliner Oberbürgermeisters Klaus Wowereit, wie er auf dem Roten Teppich verriet Und wenn der Wowi ruft, dann kommen sogar eben U2.

Danach kommt der französische Schauspieler Jean Reno auf die Bühne, der das klassische MTV-Alter schon ein paar Jährchen überschritten hat und verkündet, dass Eminem zum besten männlichen Künstler gewählt wurde (es ist nicht unwahrscheinlich, dass der arme Jean nicht mal weiß, wer das überhaupt ist). Eminem glänzt aber leider auch durch Abwesenheit, denn in weiser Voraussicht auf die EMAs 2010 arbeitet er schon wieder an einem neuen Album.

Dann - im wahrsten Sinne des Wortes - Trommelwirbel für Shakira, die singt und ...naja...eben trommelt. So sympathisch Shakira ist, die Performance ist leider langweilig.

Apropos langweilig: Die amerikanische Boyband Jonas Brothers hält eine schrecklich gestelzte, aber gut vom Teleprompter abgelesene Laudatio auf Michael Jackson. Gerade die Jackson 5 seien für sie als ebenfalls musizierende Brüder eine große Inspiration gewesen. Von Inspiration merkt man in dieser blutleeren Rede leider wenig.

Wesentlich inspirierter war da schon Deutschlands erfolgreichster musikalischer Exportschlager Tokio Hotel, die offenbar ein großes Faible für Naturelemente haben: Bei ihrem spektakulären EMA-Auftritt 2007 haben sie die Bühne unter Wasser gesetzt und nun wollen unsere Magdeburger Feuerteufel offenbar alles in Brand setzen. Kompliment an den Pyro-Techniker. So etwas dürfte man selten gesehen haben. Glücklicherweise hat Bills überdimensionale Iroskesen-Frisur kein Feuer gefangen. Doch damit nicht genug: Tokio Hotel räumen auch noch den Award in der Kategorie „Best Group" ab und setzen sich gegen Größen wie Green Day, Kings Of Leon oder Black Eyed Peas durch. Hut ab und Glückwunsch!

Wir nähern uns dem Ende der Show: Silbermond dürfen sich ab jetzt offiziell „beste deutsche Band" nennen, Leona Lewis schmachtet sich im Vergleich zu ihren Kolleginnen geradezu züchtig bekleidet durch ihren Auftritt und R'n'B-Diva Beyoncé setzt zum finalen Siegeszug an. Sie räumt nicht nur in der inoffiziellen Königsdisziplin „Beste weibliche Künstlerin" ab, sondern darf für ihren Song „Single Ladies (Put A Ring On It)" auch den Award für das „Beste Video" mit nach Hause nehmen. Das dürfte wohl am meisten Rapper Kanye West im fernen Amerika freuen, denn dessen Begeisterung für den Clip ist ja hinreichend bekannt, seit er bei den Video Music Awards im September in die Dankesrede der kleinen Taylor Swift platzte und verkündete, dass eigentlich Beyoncé den Preis für das beste Video verdient hätte. Jetzt hat sie ihn ja und bedankte sich bei ihrem Mann Jay-Z „for putting the ring on it". Kann man ja bei so einem dicken Brilli auch mal machen.

Zum Schluss wird noch mal die U2-Performance vom Brandenburger Tor eingespielt und dann sind die MTV Europe Music Awards 2009 auch schon vorbei und es heißt: Bye bye Berlin!

Damit ist Beyoncé mit drei eingeheimstenTrophäen die Abräumerin des Abends. Vergleichsweise leer ausgegangen ist dagegen Lady Gaga, die zwar in fünf Kategorien nominiert war, aber letztendlich nur einen Award gewann.


Wer ist euer ganz persönlicher Gewinner und Verlierer des Abends? Welche Performance fandet ihr am besten? Und welche am schwächsten?

 

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26 Kommentare

1. Albert N -
was , tokyo hotel, die haben doch keine Ahnung von Singen !!!!!!

2. stefan -
Stimmt, alles in Allem war es ziemlich langweilig, Katie Perry war nicht so witzig und alls, was sie so sagte wirkte sehr einstudiert. (Die Jonas Brother schossen den Vogal da aber ab und vermittelten den Charme einer Provinz-Abiturfeier, wo die Streber endlich mal was sagen dürfen) Shakira war total langweilig.
Was ich allerdings sehr schön finde ist, das die Popkultur unseren Mauerfall anerkennt und unsere frieliche Revulotion würdigt. Außerdem darf man bei uns im Fernsehen auch mal [profane]! sagen! Herzlich willkommen in Deutschland, Land of the Free!

3. Maren -
Die Shakira-Performance war eher lahm und leider haben die Kings Of Leon ebenfalls keinen Award bei fünf Nominierungen bekommen und können wohl auch zu den Verlierern des Abends gezählt werden.

4. Monica G -
Nicht zu vergessen der legendäre Auftritt Hasselhoffs vor seinem Hotel!! Während tausend kreischende Teenies vor dem Hotel versammelt waren stieg er aus seiner Limousine und freute sich wie ein Schnitzel über die kreischende Menge und sang voller Inbrunst sein "Freedom"-Gelalle.....Hervorzuheben sei: die kreischenden Teenies waren wegen Tokio Hotel vorort....und diese wussten gar nicht wer dieser zugedröhnte alte Sack überhaupt war....Schon traurig!

5. Corinne -
@Patrick, was hast Du gegen den Schreibstil des Artikels? Ich fand den ziemlich flüssig und lustig zu lesen...

6. jennifer -
Also ich fand die EMA´s eine totale katastrophe...und ich wollte da unbedingt ihn...na gott sei dank war ich nich, sonst hätt´ ich mich total geärgert...und zudem muss ich langsam an dem Musikgeschmack der Menschheit zweifeln...KINGS OF LEON haben nich einen Award bekommen!!! Was is hier los??? Der Auftritt von U2 mit Jay-Z war mehr als Peinlich (vorallem wo Herr Paul David Hewson auch noch angefangen hat zu Rappen!!!) Katy Perry war öde und lahm, David Hasselhoff war definitiv BLAU und zu wie´n Ampmann und ja alles in allem einfach Grauenhaft!!!

7. Anja -
Schlechtes Deutsch? Hallo?! Was ist denn für dich gutes Deutsch? Ey Alter war dat geil?!

8. Marie -
ich fand beyonce und jay z am besten=)) obwohl green day auch ganz gut waren=))
shakira ..hätte besser sein können..wa iwie langweilig..
ich fand eigentlich jeder gewinner ht zu recht gewonnen..obwohl ich tokyo hotel jetzt nich so mag=))
aber meine Queen Beyonce und mein lieblings rapper Jay -z
HOVA!!!!=))

9. Barbara -
Hallo du tolle Monika G.
Bin zwar auch kein Fan von David Hasselhoff....Aber ein bisserl mehr Respekt wäre schon angebracht. Oder hast du keine gute Kinderstube genossen??????????????

10. melodie -
Beyoncé war der Hammer.
Ich habe sie bereits live gehört.
Die Frau hat es wirklich drauf!!!
U2 war auch große Klasse !
Aber die Show im Ganzen war nicht so toll
--- alles viel zu gespielt.

11. Dreamdancer -
Wieso sind das die "European (!!!) Music Awards" wenn sich auch dort letztlich in erster Linie die amerikanische Szene selbst präsentiert und gegenseitig die Ego's streichelt? Hauptsächlich amerikanische Acts, eine amerikanische Moderatorin, in erster Linie amerikanische Nominierte und auch Sieger. Irgendwie nur mehr unfreiwillig komisch und dekadent diese US-Unterhaltungsindustrie-"Inzestveranstaltung". Aus MTV ist die Luft endgültig raus...

12. hans -
Zitat:"Glücklicherweise hat Bills überdimensionale Iroskesen-Frisur kein Feuer gefangen."

Naja ob da wirklich jeder so glücklich drüber ist. :D

13. Yahoo! Musik-User -
Ich fand die U2-Performance nicht berauschend... schöne Lichteffekte gab's da, aber Bono kann einfach nicht (mehr) singen. Das Duett mit Mary J. Blidge ist um Längen besser!

14. basti -
Das Publikum war mal wieder langweilig bis desinteressiert. Katy Perry wirkt die ganze Show über völlig überdreht und nicht witzig. Die Show gerettet haben echt die Performances von Green Day und den Foo Fighters.
Man kann von den Amis halten was man will, aber die wissen wie man so eine Show veranstalltet.

15. Eis -
Hey Patrick.... das ist eine Glosse, aber ich denke von der deutschen Sprache und ihren Ausdrucksweisen hast du keine Ahnung. Google doch einfach ;-)

16. L.A. -
Barbara--- Bitte sag mal vor was denn mehr Respekt ? Vor einem lallenden und betrunkenen Typen der nichts mehr auf die Reihe bringt ? Vielleicht nachdem er beweist das er trocken ist und wieder was leistet und sich nicht auf uralten Lorbeeren ausruht die allerdings auch nie wirklich jemanden vom Hocker gerissen haben.

17. Falk -
Bei dem begrenzten Vokabular könnte man den Autor fast als pseudo-Könner bezeichnen der pseudo-Artikel auf pseudo-Hochdeutsch schreibt.

Interpunktion, Orthorgrafie und sprachliche Fähigkeiten lernt man eben nicht durch Gala-lesen, wie wäre es denn mal mit einer Titanic?

Pseudo freundliche Grüße vom pseudo-treuen User

18. Carina -
Also, Ich habe nicht alles von der Show gesehen, da ich in den Werbepausen einfach immer weggeschaltet habe und dann bei anderen Sendern hängen geblieben bin, da diese ganzen Unterbrechungen nach der 1. halben Stunde schon ziemlich genervt hat.
Katy Perry...Ich fand ihre Auftritte sehr gestellt und unlustig. Oft dachte ich einfach nur: Bitte hör auf zu reden und komm wieder zu den Kategorien oder zu einem Auftritt!
Auch Shakiras Performance war durchschnittlich. Zuerst war ich erfreut, dass nun Shakira endlich auftritt...Doch durch die Performance hindurch habe ich nur gewartet, ob noch etwas Tolles passiert... Mit ihren Fähigkeiten zum Bauchtanz hat sie ziemlich gespart!
Eminems Danksagung fand ich sehr unterhaltsam, da dieser einfach ein Schaumstoff "M" mit Glitzer "TV" in einer Art Vase hochhielt. :D
Der Auftritt von Tokio Hotel war richtig "EMA-angemessen", auch, wenn mich immer ein wenig stört, dass die Jungs häufiger ihre englischen Songs zum besten geben... Und hiermit eine Nachricht an Tom Kaulitz: wenn dein Bruder eine Dankesrede hält, solltest du lieber zuhören, und nicht mit den anderen Bandkollegen quatschen! Danke! ;)
Zum Schluss muss ich auch noch mal auf die Jonas Brothers zu sprechen kommen.
Ich finde das Michael Jackson eine der größten, fantastischsten Persönlichkeiten der Musikwelt war! Er war und ist der King of Pop! Ich habe die Erinnerung Madonnas bei den Video Music Awards mit Tränen in den Augen verfolgt, wobei ich bei den Jonas Brothers nur genervt war. Bitte etwas mehr Glaubwürdigkeit!

Abschließend bleibt mir nur zu sagen: Es gab schon interessantere EMAs und authentischere Moderatoren (Verzeihung Katy, aber bleib beim Singen, liegt dir auf jeden Fall besser!)

19. Monika -
Ich fand Leona Lewis´s Auftritt echt überraschend gut! Hat mich sehr überzeugt.

20. Dj -
ich finde 0 this facking MTV awards for what for Karaoke hahahahaha
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