M.I.A. - nie wieder live?
Dieses Statement von M.I.A. muss man sich mal ungefiltert auf der Zunge zergehen lassen:
"I'm canceling because I feel like physically I just have to stop for a second. It's too insane," M.I.A. told NYMag.com. "I was losing a sense of just, like, reality, you know what I mean? I think for an artist like me, it's so important for me to be in the streets and go to the same shop every day and see the same people and, like, communicate. And it's really difficult to do that when you're in the city every day for 24 hours. Like, I love connecting with my band, but I want to actually help them and be a part of peoples' lives. Which is really hard when you're on tour...It takes a lot out of you, physically. I make club music, which means I'm clubbing every night for, like, six months. Know what I mean? So now and again you finally just want to be gardening and get your nails done or something like that."
(Sinngemäß und frei: "Ich höre auf, weil ich körperlich fühle, dass ich den Wahnsinn stoppen muss. Ich verliere einfach das Gespür für die Wirklichkeit... Und für so eine Künstlerin wie ich es bin, ist es wichtig, immer in die gleichen Läden jeden Tag zu gehen, die gleichen Menschen zu sehen und mich mit denen zu verständigen. Das ist ziemlich schwierig, wenn Du in jeder Stadt höchstens 24 Stunden bist! (...) Ab und an willst Du einfach die Blumen gießen und an den Fingernägeln feilen!")
Da vermeldete Intro in der vergangenen Woche noch stolz M.I.A. als Headlinerin ihres Splash!-Festival-Zelts im Juli. Und keine fünf Minuten später, kam die Absage aller Sommer-Termine von Maya Arulpragasam als myspace-Bulletin hereingeflattert.
Ihren letzten Gig absolvierte M.I.A. am vergangenen Wochenende beim Bonnaroo-Festival in den USA. Statt weitere Konzerte zu spielen, arbeite sie nun an ihrem dritten Album.
Ich erinnere mich noch an eine kurze Begegnung mit ihr im Januar 2005 just zu ihrem allerersten Deutschland-Gig. Eine wunderschöne, relativ schüchterne Frau, betrat damals den Berliner Club Pfefferbank im Rahmen einer Melt! Festival-Party und lieferte einen verhuschten Gig ab, der noch längst nicht erahnen ließ, dass hier eine der wichtigsten Pop-Persönlichkeiten dieses Jahrzehnts ihre ersten Schritte ausserhalb ihrer Community ging.
Nach nur drei Jahren Popzirkus und zwei wegweisenden Platten soll nun Schluss sein? Come on, Maya! Willst Du nur in ein paar Jahren mit höheren Gagen zurückkommen, oder war's das wirklich jetzt?!
Das mit dem Ankündigen eines allerletzten Konzerts hat ja schon jemand anderes vor mehr als 30 Jahren erfolgreich als Marketing-Gag zelebriert. In diesem Sinne: "This is rock'n'roll suicide"

es wäre echt totaaal schade!!!!
m.i.a. wir lieben dich!