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motherf**k yourself

Geschrieben Mo, 30. Jun. 2008 15:32 von Nico in K.I.Z.

Yo,

am Wochenende hatten wir mal wieder zwei außerordentlich weit voneinander entfernte Auftritte. Geile, lange, langweilige Routen: Berlin-Köln-Cottbus, hammer!  Die Auftritte als solches könnte man mir persönlich auch ruhig mit Freibier bezahlen. Aber bei so behinderten Entfernungen halte ich meine Band für extrem unterbezahlt.

Hierzu treffen wir uns also am Freitag Morgen um 10 Uhr im mittlerweile ziemlich Yuppie-abgefuckten "Kreuzkölln" (Neukölle Alaaf!) mit Massimo und unserem Tourmanager, der lebendigen Oldschool-Legende Mc Motherfucker (auf dem schönen, vollgewichsten Gruppenbild ganz rechts). Dieser hat sich mit einer schicken Sonnenbrille und einem Bandana ausgestattet und sieht nun aus wie die nicht mehr allzu lebendige Oldschool-Legende Axl Rose (Bild 2). Dies vermittelt uns noch einen gewaltigen Batzen mehr Ehrfurcht als wir sowieso schon vor ihm haben.

Auf der fahrt hören wir abwechselnd das neue Bun B- und das neue Lil`Wayne-Album. Das neue Bun B-Album ist wirklich wunderschön. Abwechslungsreich mit tollen Beats und sexy Flows. Zu Lil`Wayne muss ich allerdings sagen, dass der da für Sachen gefeiert wird, die Taktlo$$ schon vor zehn Jahren auf besseren Beats veranstaltet hat. 

In Köln angekommen, gibt es mal wieder viel zu leckeres Essen. Ich hasse leckeres Essen vor Auftritten. Da frisst man sich dann immer so eklig voll, dass man Bauchschmerzen kriegt und unalkoholisiert auf die Bühne muss, worunter dann natürlich auch die Qualität der Auftritte leiden muss.

Wir spielen an diesem Abend ein neues Lied namens "Puff" und einige Lieder von Hahnenkampf auf den extrem tighten Remix-Beats von WassBass. Das war super. Danach schaue ich mir dann im Backstage-Raum zum ersten mal eine von diesen Ami-Rap-DVDs  namens Hustle Up an. Eine Frechheit! Cassidy und so biten ja eins-zu-eins die Flows und Betonungen von Karibik Frank und den anderen Rappern von Feuer über Deutschland!!! Ich bin entsetzt und plane nun einen Urlaub nach New York bei dem ich dort überall "This is not Germany"-Graffitis malen werde...

Natürlich schleppe ich wieder keine Frau ab (selbstverständlich bloß, weil ich zu sehr mit der Hustle Up-DVD beschäftigt bin, ansonsten wäre das für mich natürlich überhaupt gar kein Problem gewesen) und übernachte alleine im teuren Luxus-Hotel im Riesenbett.

Am Samstag wieder 9 Stunden Autofahrt mit unseren Kumpels Bun B und Lil`Wayne.

In Cottbus angekommen schreit uns erstmal der völlig hysterische Soundtechniker an, weil wir anschenend mit unserem Bus über einige seiner Kabel gefahren sind. Wir kriegen alle sechs einen spontanen Lachanfall und er zieht beleidigt von dannen. 

Diesen Auftritt bestreiten wir zusammen mit Garp, Boundzound und Wir sind Helden von denen wir gehört haben, dass sie seit unserer Zeile "Guten Tag guten Tag, wir ham dein Leben gefickt" ein bisschen stinkig sind. Spontan beschließen wir an besagter Stelle im Lied heute den Fader runterzuziehen und die Melodie von ihnen nachzuahmen. Leider keine Reaktion. Kein Gangfight. Trauer.

Nach dem Konzert erwischt mich ein Security-Typ beim im-Backstage-ins-Waschbecken-pinkeln und fängt, da ich das "Dem Deutschen Volke"-T-Shirt der Terrorgruppe sporte (Bild 3) eine epochale Deutschland-Diskussion mit mir an.

Als ich aus der Argumentationstrance erwache sind wir bereits wieder auf der Herrmannstraße. Die anderen gehen noch in den neuen 2be-Club und ich fahre volltrunken auf meinem Moped nach Hause.

2 Kommentare

1. Beate B -
Hallo und Glueckwunsch zu Eurer Offenheit. Wenn Strassen gebaut werden, egal wo, und durch Kleinigkeiten zerstoert werden, wird es groesser und groesser. - New York ist nicht Deutschland, aber auch nicht Amerika auf dem Land. - Wenn die Kulturmaezene das Bier selbst trinken waehrend des Auftritts und die und die durstigen Darsteller weiterspielen duerfen ohne, entstehen oft auch Raster, die ewig weitergehen wie Gesetze. - Wenn im Backstage der VIP-Virus mit dem Handy aktiviert wird fuer die geladenen Gaeste, werden diese eben auch nicht mehr kommen. Da ist Sicherheitstraining im Feinstofflichen gefragt, denn Dummheit darf nicht siegen. - Man kann auch nicht die Welt regieren ohne zu wissen, wie das geht im friedlichen Sinne und muss die Regeln in jedem Land oder Umfeld respektieren, wo man sich aufhaelt, in der Jetztzeit, nicht vor 30 Jahren oder so. Gute Wuensche, morgen sind es 7 Jahre, seit der Himmel ueber Manhattan sichtbar nachliess beim Feuerwerk. Zufall oder Dummheit ??

2. Angelo -
goile story so en hirt hätt ich auch gerne mal
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