Pixie Lott "Turn It Up" - Prelistening und CD Review
Sie könnte das neue All American Dream Girl sein: Pixie Lott singt, schreibt, tanzt, schauspielert und sieht selbstverständlich umwerfend aus. Lange blonde Haare im Out-of-Bed-Style umrahmen die weichen Gesichtszüge der blutjungen R&B-Sängerin. Die braunen Augen können je nach Gelegenheit lasziv, streng oder abwesend dreinblicken. Das Gesicht der 18-Jährigen scheint wie für Plattencover gemacht. Nur an einer Kleinigkeit könnte es scheitern, Pixie Lott als neue US-Sensation zu verkaufen: Sie ist Britin - ihrem Pass nach zumindest. Dem Debüt "Turn It Up" ist Lotts Herkunft jedoch kaum anzuhören.
So gut wie nie mogelt er sich unter ihren Gesang, der Dialekt, der in ihrer Heimatstadt Kent gesprochen wird. Wahrscheinlich wurde er Pixie Lott schon auf der Musicalschule ausgetrieben, die sie bereits im zarten Alter von fünf Jahren besuchte. Die Stimme, die dort trainiert wurde, mag vielleicht nicht sonderlich markant sein, dafür aber kräftig und samtig. Jedenfalls gut genug, um bereits zehn Jahre später bei einer großen Plattenfirma in Lohn und Brot zu stehen: L.A. Reid nahm den Teenager unter Vertrag. Richtig, der L.A. Reid, dem sein Schützling Pink in "Don't Let Me Get Me" die liebevollen Zeilen "L.A. told me 'You'll be a popstar / All you have to change is everything you are'" widmete.
Möglicherweise nahm sich Miss Lott die Verse zu Herzen: Sie entschied sich für ihre Eigenständigkeit und gegen eine Zusammenarbeit mit dem R&B-Mogul. Ein mutiger und weiser Entschluss, der nur leider nicht viel brachte. "Turn It Up" klingt exakt so, wie man sich ein Album eines neuen R&B-Sternchens vorstellt. Die Melodien sind eingängig, gut produziert und zweifellos ohrwurmtauglich - sehr amerikanisch eben. Ecken und Kanten sucht man allerdings vergeblich. Doch wenn eine Künstlerin bereits mit 15 in der Lage war, einem der mächtigsten Männer des Genres die Meinung zu geigen, dürfte diese junge Dame in absehbarer Zeit auch den Mut haben, musikalisch eigene Wege zu beschreiten (Annekatrin Liebisch)
Und hier gleich ins Album "Turn It Up" reinhören:
