Deutschland beim Grand Prix: Viel nackte Haut, wenig Punkte
Unglaubliche 42 Millionen Euro hat sich Russland, das Gastgeber-Land des diesjährigen Eurovision Song Contests, dieses Spektakel kosten lassen. In Zeiten der Wirtschaftskrise ein beachtliches Sümmchen. Von Krise wollte in den drei Stunden des Eurovision-Finales aber ohnehin niemand etwas wissen. Da wurde getanzt und gesungen, als gäbe es kein Morgen mehr, eine Bühnenshow war pompöser als die nächste, und auch die teilweise eher sparsame Bekleidung diverser Beteiligter, war weniger auf einen Notstand zurückzuführen, als vielmehr auf ein Prinzip, das man weltweit versteht: Sex Sells. Was das betrifft, hat Deutschland schon im Vorfeld ordentlich vorgelegt, als die Bombe platzte, dass keine Geringere als Striptease-Ikone Dita von Teese den deutschen Beitrag von Alex Swings Oscar Sings optisch garnieren würde. Tja, gebracht hat es offenbar dennoch nicht viel.
Was dieses Jahr mit überwältigendem Vorsprung beim europäischen Publikum ankam,
war keine leicht bekleidete Dame, kein Disco-Kracher und keine gewaltige Bühnenshow. Nein, mit Alexander Rybak aus Norwegen gewann ein 23-Jähriger, der mit seinem Song Song „Fairytale", einer Mischung aus Pop und Folklore, und einer Geige jede Menge Klein-Jungen-Charme versprühte. Schon im Vorfeld galt er zwar als Favorit, aber damit, dass schon nach der Hälfte der abgegebenen Stimmen klar war, dass er wohl nicht mehr zu schlagen sein würde, hat wohl keiner gerechnet. Der zweite Platz ging an Yohanna aus Island, dicht gefolgt von Aserbaidschan, das mit dem Duo Aysel und Arash ins Rennen gingen. Die Isländerin bezauberte mit einer wunderschönen und hervorragend gesungenen Ballade. Aserbaidschan hingegen überzeugte mit viel Haut und einer Sängerin, bei der weder zu übersehen noch zu überhören war, dass sie wohl großer Shakira-Fan sein muss.
Allem Optimismus und Dita von Teese zum Trotz konnte sich Deutschland nur den 20. Platz erkämpfen. Immerhin, sollte man eigentlich eher meinen, denn nach dem No Angels-Debakel aus dem letzten Jahr, dürfte man schon glücklich sein, nicht wieder auf dem letzten Platz gelandet zu sein. Aber woran lag es, dass sich Deutschland schon
wieder nicht auf den vorderen Rängen platzieren konnte? Okay, der Song "Miss Kiss Kiss Bang" ist kein Überhit, aber konnte im Vergleich zu den anderen Beiträgen durchaus mithalten. Und ja, auch er Kleidungsstil von Sänger Oscar Loya war mit seiner engen silbernen Hose vielleicht etwas fragwürdig. Aber fürs Auge war ja die Dita da, die allerdings schon in der Generalprobe ausgebremst und von den Organisatoren des Eurovision Song Contests angewiesen wurde, weniger freizügig zu sein. Das verwundert angesichts des Hauchs von Nichts, dass einige andere Teilnehmerinnen trugen, aber vielleicht sorgte man sich auch um eine „Nipplegate"-Neuauflage zur besten Prime Time. Angeblich soll Frau von Teese stolze 60.000 Euro für den dreiminütigen Auftritt kassiert haben. Immerhin leicht verdientes Geld, wenn selbst sie, die größte Stripease- und Bourlesque-Tänzerin der Welt, Deutschland schon nicht zu mehr Anrufern verhelfen konnte.
Auch ansonsten hielten die Beiträge des 54. Eurovision Song Contest relativ wenige
Überraschungen bereit. Aus den Ostblock-Staaten gab es die traditionell folkloristisch angehauchten Nummern, die, wie besonders im Fall des ukrainischen Beitrags von Svetlana Loboda, noch mit jeder Menge Sex-Appeal gewürzt wurden. Eine Show, bei er man vor lauter Eindrücken gar nicht wusste, wohin man zuerst schauen sollte, Tänzer, die im Gladiatoren Outfit kreuz und quer über die Bühne sprangen und eine Sängerin, die sich einst in einer Band verdingte, die „Viagra" hieß. Oder Elena aus Rumänien, deren Song „Balkan Girls" eine Hymne auf die feierwütigen Bewohnerinnen des Balkans sein sollte.
Ganz besonders schlimm war Finnlands Beitrag, die mit der Dance-Rap-Combo Waldo's People einen Song ins Rennen schickten, bei dem man glaubte, sich auf ein DJ Bobo-Konzert verirrt zu haben. Liebe Finnen, Euro-Dance meets Rap war in den Neunzigern schon schlimm. Völlig zu Recht landete Finnland mit dieser Katastrophe dann auch auf dem letzten Platz.
Ein echtes Highlight war hingegen Jade Ewen aus Großbritannien, deren Song „It's My Time" vom Komponisten-Großmeister Andrew Lloyd Webber geschrieben und am Klavier begleitet wurde. Diese Dame hatte definitiv die größte Stimme im Wettbewerb und belegte immerhin Platz 5.
Auch wenn man in der protzigsten Eurovision-Show der letzten Jahre wohl wenigstens für einige Stunden die Welt da draußen ausblenden wollte, etwas politisch wurde es
dann doch: Für Israel startete das Duo Noa & Mira Awad - was nicht weiter erwähnenswert wäre, wenn nicht die Eine Palästinenserin und die Andere Jüdin wäre. Angesichts der ständigen politischen Unruhen zwischen Palästina und Israel ein durchaus versöhnlich stimmendes Zeichen. „There Must Be Another Way" lautet passenderweise auch der Songtitel. Alles in allem, glich das Eurovision-Finale - trotz geänderter Abstimmungsregeln - dann aber doch einmal mehr einem „Freundschaftsdienst", bei dem Sympathiebekundungen zwischen den Ländern mindestens ebenso wichtig waren wie der Beitrag selbst. Die einzige, vielleicht wirkliche Überraschung war der norwegische Spitzenreiter, der mit einem vergleichsweise eher sieger-untypischen Song und wenig spektakulärer Performance die Herzen Europas im Sturm eroberte.
Der 55. Eurovision Song Contest wird demnach in Oslo stattfinden und vielleicht hören wir ja 2010 mal „12 points for Germany", Vorausgesetzt, Ralph Siegel will nicht wieder einen Song ins Rennen schicken.
Was meint ihr? Warum hat's für Deutschland wieder nicht für einen der vorderen Plätze gereicht? War der Song schlecht? Dita von Teeses Performance zu gewagt? Erfreuen wir uns innerhalb Europas nicht allzu großer Beliebtheit? Oder waren die anderen Beiträge einfach besser?

Norwegens Star erinnerte sehr an Harry Potter, das dürfte der Grund sein, warum alle verzaubert waren.
Schade.
und nicht imam so bekloppte!!!!
wer sich sowas ausgedacht hat, der müsste die Peitsche bekommen, 20 Hiebe, und schickt endlich diesen Siegel in Rente,
Deutschland wo sind wir hingekommen!
Der deutsche Beitrag wahr wieder eine Entäuschung naja Dita von Teese hab ich mir gerne angeguckt Klasse Frau muss ich sagen......
Mich würde interessieren, ob, wenn ein anderes Land mit der Nummer aufgetreten wäre, ob sie dann mehr Punkte bekommen hätten!
die singerei ist doch nur noch technik,selten das einer seine stimme verkaufen kann.
Der englische Beitrag war zwar von der begabtesten Sängerin des Abends vorgetragen, der Song selber war uninteressant. Den Deutschen Beitrag sollte man mit einem Mäntelchen des Schweigens bedecken. Den russische Beitrag fand ich persönlich noch ganz gut mit Ohrwurmpotenzial, aber das ist sicher Geschmackssache.
Deutschland müsste schon einen herausragenden Titel produzieren, um gut abzuschneiden, da man eigentlich keine "befreundeten" Nationen in Europa hat, von denen man automatisch Punkte bekommt. Dafür kann ich aber das Potenzial in Deutschland überhaupt nicht erkennen.
Einfach nicht mehr einschalten....
Wie kann man nur so schlecht sein, und bei einem Musikkontest vergessen, anständige Musik zu schreiben. Man könnte auch eine Stripperin ein Brot backen oder eine Wurst herstellen lassen, um sich schließlich darüber zu wundern, warum das Produkt nicht prämiert wird. Dieses Urteil ist in jeder Hinsicht gerechtfertigt. Wer nicht versteht, wie es dazu kommt, sollte vielleicht mal den Fernseher ausmachen und ein gescheites Buch lesen.
Wie wäre es damit? Leute, die keine Ahnung von Musik haben und sich ausschließlich Gedanken darüber machen, wie man Geld damit verdient, sollten das Weite suchen. Musik sollte nur von Musikern gemacht werden. Diese Rechtehändler und BWL-Brut, die die Branche mittlerweile dominiert, ist kulturelles und gesellschaftliches Gift.
....nein Danke.
Ganz im Ernst, die Deutschen könnten ruhig mal etwas modernere Musik präsentieren. Seit Jahren schon schickt Deutschland Jahr für Jahr irgendwelchen musikalischen Sondermüll zum Contest, kein Wunder also, dass wir nie auf den vorderen Rängen landen.
Am besten wäre es, wenn wir Olli Pocher und Stefan Raab für Deutschland an den Start gehen lassen.
Ich will mal wieder lachen :-D.
Das war ja mal heftig.
Also letztes Jahr, war ja echt peinlich, aber viel besser war das ja wohl auch nicht.
Vielleicht hat Frau von Teese ja ein bisschen von diesem grauenhaften Song abgelenkt und DESHALB sind wir nicht letzter...diese schrecklich...schwule silberne Hose, bahw. Ich hatte Albträume.
Norwegen's Song finde ich echt super. - Verdient gewonnen!