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Deutschland beim Grand Prix: Viel nackte Haut, wenig Punkte

Geschrieben So, 17. Mai. 2009 10:05 von Hannah Meister in Rückkoppler

Unglaubliche 42 Millionen Euro hat sich Russland, das Gastgeber-Land des diesjährigen Eurovision Song Contests, dieses Spektakel kosten lassen. In Zeiten der Wirtschaftskrise ein beachtliches Sümmchen. Von Krise wollte in den drei Stunden des Eurovision-Finales aber ohnehin niemand etwas wissen. Da wurde getanzt und gesungen, als gäbe es kein Morgen mehr, eine Bühnenshow war pompöser als die nächste, und auch die teilweise eher sparsame Bekleidung diverser Beteiligter, war weniger auf einen Notstand zurückzuführen, als vielmehr auf ein Prinzip, das man weltweit versteht: Sex Sells. Was das betrifft, hat Deutschland schon im Vorfeld ordentlich vorgelegt, als die Bombe platzte, dass keine Geringere als Striptease-Ikone Dita von Teese den deutschen Beitrag von Alex Swings Oscar Sings optisch garnieren würde. Tja, gebracht hat es offenbar dennoch nicht viel.

Was dieses Jahr mit überwältigendem Vorsprung beim europäischen Publikum ankam, war keine leicht bekleidete Dame, kein Disco-Kracher und keine gewaltige Bühnenshow. Nein, mit Alexander Rybak aus Norwegen gewann ein 23-Jähriger, der mit seinem Song Song „Fairytale", einer Mischung aus Pop und Folklore, und einer Geige jede Menge Klein-Jungen-Charme versprühte. Schon im Vorfeld galt er zwar als Favorit, aber damit, dass schon nach der Hälfte der abgegebenen Stimmen klar war, dass er wohl nicht mehr zu schlagen sein würde, hat wohl keiner gerechnet. Der zweite Platz ging an Yohanna aus Island, dicht gefolgt von Aserbaidschan, das mit dem Duo Aysel und Arash ins Rennen gingen. Die Isländerin bezauberte mit einer wunderschönen und hervorragend gesungenen Ballade. Aserbaidschan hingegen überzeugte mit viel Haut und einer Sängerin, bei der weder zu übersehen noch zu überhören war, dass sie wohl großer Shakira-Fan sein muss.

Allem Optimismus und Dita von Teese zum Trotz konnte sich Deutschland nur den 20. Platz erkämpfen. Immerhin, sollte man eigentlich eher meinen, denn nach dem No Angels-Debakel aus dem letzten Jahr, dürfte man schon glücklich sein, nicht wieder auf dem letzten Platz gelandet zu sein. Aber woran lag es, dass sich Deutschland schon wieder nicht auf den vorderen Rängen platzieren konnte? Okay, der Song "Miss Kiss Kiss Bang" ist kein Überhit, aber konnte im Vergleich zu den anderen Beiträgen durchaus mithalten. Und ja, auch er Kleidungsstil von Sänger Oscar Loya war mit seiner engen silbernen Hose vielleicht etwas fragwürdig. Aber fürs Auge war ja die Dita da, die allerdings schon in der Generalprobe ausgebremst und von den Organisatoren des Eurovision Song Contests angewiesen wurde, weniger freizügig zu sein. Das verwundert angesichts des Hauchs von Nichts, dass einige andere Teilnehmerinnen trugen, aber vielleicht sorgte man sich auch um eine „Nipplegate"-Neuauflage zur besten Prime Time. Angeblich soll Frau von Teese stolze 60.000 Euro für den dreiminütigen Auftritt kassiert haben. Immerhin leicht verdientes Geld, wenn selbst sie, die größte Stripease- und Bourlesque-Tänzerin der Welt,  Deutschland schon nicht zu mehr Anrufern verhelfen konnte.

Auch ansonsten hielten die Beiträge des 54. Eurovision Song Contest relativ wenige Überraschungen bereit.  Aus den Ostblock-Staaten gab es die traditionell folkloristisch angehauchten Nummern, die, wie besonders im Fall des ukrainischen Beitrags von Svetlana Loboda, noch mit jeder Menge Sex-Appeal gewürzt wurden. Eine Show, bei er man vor lauter Eindrücken gar nicht wusste, wohin man zuerst schauen sollte, Tänzer, die im Gladiatoren Outfit kreuz und quer über die Bühne sprangen und eine Sängerin, die sich einst in einer Band verdingte, die „Viagra" hieß. Oder Elena aus Rumänien, deren Song „Balkan Girls" eine Hymne auf die feierwütigen Bewohnerinnen des Balkans sein sollte.

Ganz besonders schlimm war Finnlands Beitrag, die mit der Dance-Rap-Combo Waldo's People einen Song ins Rennen schickten, bei dem man glaubte, sich auf ein DJ Bobo-Konzert verirrt zu haben. Liebe Finnen, Euro-Dance meets Rap war in den Neunzigern schon schlimm. Völlig zu Recht landete Finnland mit dieser Katastrophe dann auch auf dem letzten Platz.

Ein echtes Highlight war hingegen Jade Ewen aus Großbritannien, deren Song „It's My Time" vom Komponisten-Großmeister Andrew Lloyd Webber geschrieben und am Klavier begleitet wurde. Diese Dame hatte definitiv die größte Stimme im Wettbewerb und belegte immerhin Platz 5. 

Auch wenn man in der protzigsten Eurovision-Show der letzten Jahre wohl wenigstens für einige Stunden die Welt da draußen ausblenden wollte, etwas politisch wurde es dann doch: Für Israel startete das Duo Noa & Mira Awad - was nicht weiter erwähnenswert wäre, wenn nicht die Eine Palästinenserin und die Andere Jüdin wäre. Angesichts der ständigen politischen Unruhen zwischen Palästina und Israel ein durchaus versöhnlich stimmendes Zeichen. „There Must Be Another Way" lautet passenderweise auch der Songtitel. Alles in allem, glich das Eurovision-Finale  - trotz geänderter Abstimmungsregeln - dann aber doch einmal mehr einem „Freundschaftsdienst", bei dem Sympathiebekundungen zwischen den Ländern mindestens ebenso wichtig waren wie der Beitrag selbst. Die einzige, vielleicht wirkliche Überraschung war der norwegische Spitzenreiter, der mit einem vergleichsweise eher sieger-untypischen Song und wenig spektakulärer Performance die Herzen Europas im Sturm eroberte.

Der 55. Eurovision Song Contest wird demnach in Oslo stattfinden und vielleicht hören wir ja 2010 mal „12 points for Germany", Vorausgesetzt, Ralph Siegel will nicht wieder einen Song ins Rennen schicken.

Was meint ihr? Warum hat's für Deutschland wieder nicht für einen der vorderen Plätze gereicht? War der Song schlecht? Dita von Teeses Performance zu gewagt? Erfreuen wir uns innerhalb Europas nicht allzu großer Beliebtheit? Oder waren die anderen Beiträge einfach besser?

364 Kommentare

41. hans -
mein gott, überwas für kacke ihr euch gedanken macht oO

42. *o*e** -
Das Lied war einfach zu Mainstream... gutes Resultat, fairer Platz für Deutschlands Durchschnittsnummer und ausgewogene Länderverteilung

43. Yahoo! Musik-User -
Also irgentwie ist es jedes jahr das selbe die losen immer ab! macht schon gar kein spass mehr das zu sehen!Vielleicht liegt es auch daran das die anderen Länder untereinander zusammenhalten?

44. Prema -
Deutschland war keine Überraschung aber das Frankreich übersehen-überhört wurde, hat mich schon sehr gewundert. Eine Superstimme. "Jade, diese Dame hatte definitiv die größte Stimme" diese Meinung kann ich nicht teilen.

Norwegens Star erinnerte sehr an Harry Potter, das dürfte der Grund sein, warum alle verzaubert waren.

45. Patrick -
@snipettobias mir geht es genau gleich

46. Steffen -
Dieter Bohlen ging unter`s Volk um Musik ,Trend`s und Meinungen einzufangen, um diese dann für sich nutzen zu können. Bei soviel Meinugsforscherei müsste Deutschland eigentlich in der Lage sein international mithalten zu können.
Schade.

47. Svenja -
die solln ma für deutschland richtige sänger hinschicken, die auch vllt ma in den charts oda so sind xD
und nicht imam so bekloppte!!!!

48. Wilfried -
wenn ich Frauen nackt sehen will dann geht man in den Puff,
wer sich sowas ausgedacht hat, der müsste die Peitsche bekommen, 20 Hiebe, und schickt endlich diesen Siegel in Rente,

Deutschland wo sind wir hingekommen!

49. Max P -
Der Eurovision Song conntest könnte von mir aus abgeschaft werden weil sich die Länder denke ich im voraus schon darüber im klaren sind wenn sie die Punkte geben.Und ob die jetzt so viel besser sind bleibt eine frage die sich jeder selbst stellen muss.Und der Gewinner aus Norwegen ehrlich in einigen Jahren kennt den kein Arsch mehr.....
Der deutsche Beitrag wahr wieder eine Entäuschung naja Dita von Teese hab ich mir gerne angeguckt Klasse Frau muss ich sagen......

50. hpl -
wie wär es joy flemming die wurde schon 2 mal 2te grins...... (joy ist aus mannheim und ne super jazz sägerin für die , die sie nicht kennen )

51. valiandfriends -
lol!
Mich würde interessieren, ob, wenn ein anderes Land mit der Nummer aufgetreten wäre, ob sie dann mehr Punkte bekommen hätten!

52. mike -
interessiert sich einer für deutschland?ich nicht.
die singerei ist doch nur noch technik,selten das einer seine stimme verkaufen kann.

53. Memyself -
Diesmal waren wenigstens 2 oder 3 ganz brauchbare Popsongs dabei, in den letzten Jahren war ja nun gar nichts nennenswertes.

Der englische Beitrag war zwar von der begabtesten Sängerin des Abends vorgetragen, der Song selber war uninteressant. Den Deutschen Beitrag sollte man mit einem Mäntelchen des Schweigens bedecken. Den russische Beitrag fand ich persönlich noch ganz gut mit Ohrwurmpotenzial, aber das ist sicher Geschmackssache.

Deutschland müsste schon einen herausragenden Titel produzieren, um gut abzuschneiden, da man eigentlich keine "befreundeten" Nationen in Europa hat, von denen man automatisch Punkte bekommt. Dafür kann ich aber das Potenzial in Deutschland überhaupt nicht erkennen.

54. Yahoo! Musik-User -
Totaler Quatsch das Ganze.
Einfach nicht mehr einschalten....

55. Bert Z -
Ich habe mir die Übertragung nicht angetan. Das Resultat war vorher schon klar. Der deutsche Song war durchschnittlich und bei den Abstimmungskonstellationen der europ. Länder reicht das dann nicht einmal für einen Mittelplatz.

56. Yahoo! Musik-User -
Ich habe nicht mehr als die Überschrift gelesen. Mehr braucht man auch nicht lesen, denn letztlich liegt es doch auf der Hand: Deutschland steht für miserable Musik aus der Feder von Leuten, die Marketing studiert haben, aber eine Flöte nicht von einer Pfeffermühle unterscheiden können.
Wie kann man nur so schlecht sein, und bei einem Musikkontest vergessen, anständige Musik zu schreiben. Man könnte auch eine Stripperin ein Brot backen oder eine Wurst herstellen lassen, um sich schließlich darüber zu wundern, warum das Produkt nicht prämiert wird. Dieses Urteil ist in jeder Hinsicht gerechtfertigt. Wer nicht versteht, wie es dazu kommt, sollte vielleicht mal den Fernseher ausmachen und ein gescheites Buch lesen.

Wie wäre es damit? Leute, die keine Ahnung von Musik haben und sich ausschließlich Gedanken darüber machen, wie man Geld damit verdient, sollten das Weite suchen. Musik sollte nur von Musikern gemacht werden. Diese Rechtehändler und BWL-Brut, die die Branche mittlerweile dominiert, ist kulturelles und gesellschaftliches Gift.

57. Denis-Maverick -
Fürs Auge war die Sho ja was, aber die Musik....




....nein Danke.

Ganz im Ernst, die Deutschen könnten ruhig mal etwas modernere Musik präsentieren. Seit Jahren schon schickt Deutschland Jahr für Jahr irgendwelchen musikalischen Sondermüll zum Contest, kein Wunder also, dass wir nie auf den vorderen Rängen landen.

58. aristocats -
Man sollte den Grand Prix nicht mehr ernst nehmen.
Am besten wäre es, wenn wir Olli Pocher und Stefan Raab für Deutschland an den Start gehen lassen.
Ich will mal wieder lachen :-D.

59. Sternchen -
GOSH.
Das war ja mal heftig.
Also letztes Jahr, war ja echt peinlich, aber viel besser war das ja wohl auch nicht.
Vielleicht hat Frau von Teese ja ein bisschen von diesem grauenhaften Song abgelenkt und DESHALB sind wir nicht letzter...diese schrecklich...schwule silberne Hose, bahw. Ich hatte Albträume.

Norwegen's Song finde ich echt super. - Verdient gewonnen!

60. Jörg -
Es ist wirklich unglaublich, dass es immer noch Leute gibt, die ans telefon-voting glauben. Egal ob DSDS, Dschungelcamp, Big Brother oder andere Sendungen. Selbst wenn keiner anrufen würde, gäbe es eine Wertung. Wie würde es denn aussehen, wenn der Moderator sagen würde:" Deutschland kann keine Punkte vergeben, weil keiner angerufen hat !". An alle Bochwürste da draussen. Ruft ruhig weiter an und werft eure Kohle aus dem Fenster, ich jedenfalls nicht. Ich spende das lieber ans Tierheim !
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